Erfahrungsbericht COMENIUS-Regio

Betreff
Erfahrungsbericht COMENIUS-Regio
Vorlage
218/2009
Aktenzeichen
FB 2 Ps
Art
Berichtsvorlage

Sachverhalt:

 

2009 wurde von der Europäischen Kommission das Projekt COMENIUS-Regio eingeführt, mit dem Ziel, die europäische Zusammenarbeit im schulischen Bereich auf der Ebene von Regionen und Gemeinden zu fördern. Hierbei sind nur bilaterale Partnerschaften zwischen Regionen in zwei verschiedenen Staaten möglich. Die Partnerschaft bezieht sich auf Themen von gemeinsamen Interesse und den Austausch von Erfahrungen und zielt ab auf die Entwicklung nachhaltiger Strukturen der Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Regionen.

Das Projekt wird mit Unterstützung der Europäischen Kommission finanziert.

 

Anfang 2009 bewarb sich die Stadt Schwelm um die Teilnahme an diesem Projekt. Die Idee zur Teilnahme kam von der GHS. In der Vergangenheit führte die GHS bereits verschiedene Projekt im Rahmen von COMENIUS durch. Als Partnerstadt wurde die polnische Stadt Kolobrzeg benannt, die bereits mit der GHS an verschiedenen Projekten gearbeitet hat.

Insgesamt wurden 32 COMENIUS-Regio-Partnerschaften mit deutscher Beteiligung gefördert. In Nordrhein-Westfalen genehmigte die europäische Kommission 8 Projekte. Das Schwelmer Projekt erhielt 74,75 Qualitätspunkte von 100 möglichen Punkten. Bewilligt wurde das Projekt im Juni 2009.

 

Ziel des Schwelmer Projektes ist es, den weltweit voranschreitenden Klimawechsel auf europäischer Ebene für junge Menschen regional sichtbar zu machen. In Zusammenarbeit mit der polnischen Partnerregion sollen Maßnahmen entwickelt werden, die den lokalen und regionalen Klimaveränderungen entgegenwirken und die für junge Menschen durchführbar sind. Es sollen Strategien entwickelt werden, die die gemeinsam gewonnenen Erkenntnisse und durchgeführte Maßnahmen weiterverfolgen lassen, um die Zusammenarbeit zwischen den Regionen langfristig zu sichern. In den Schulen wird der Klimawandel und seine Ursachen in den oberen Jahrgangsstufen unterrichtlich behandelt ( CO2, Verkehr, Energieverbrauch, Waldsterben, Sturmschäden, Veränderung der Küste etc.) Die Veränderung an relevanten landschaftsprägenden Elementen ( Küste: Polen / Wald: Deutschland) wird regional aufgearbeitet und als Dokumentationen zwischen den Partnerländern ausgetauscht.

Das Projekt sieht die Zusammenarbeit mit lokalen Partnern vor.

Lokale Partner für das Schwelmer Projekt sind dabei die GHS, die Biologische Station im Ennepe-Ruhr-Kreis und die Arbeitsgemeinschaft Umweltschutz Schwelm e.V.

 

Die Förderdauer beträgt zwei Jahre, vom 01.08.09 bis 31.07.2011. Die Stadt Schwelm erhält einen Zuschuss von der Europäischen Kommission in Höhe von 25.000 €. Hiervon müssen 16.000 € für Mobilitäten ( = Auslandsreise) verwendet werden. Der restliche Zuschuss in Höhe von 9.000 € ist für Aktivitäten und Beschaffungen zu verwenden.

Die erste Rate von 80 % des bewilligten Zuschusses wurde bereits überwiesen. Die restlichen 20 % des EU-Zuschusses erhält die Stadt Schwelm nach Ende des Vertragszeitraums.

 

Während des Bewilligungszeitraumes sind jeweils zwei Besuche in Schwelm und in Polen vorgesehen. Im Jahr 2010 wird eine Delegation aus Polen Schwelm im Frühjahr und im Herbst besuchen. Die Schwelmer Delegation war im November 2009 in Polen. Der zweite Besuch ist im Frühjahr 2011 vorgesehen.

 

Der erste Besuch in Kolobrzeg fand vom 01.11. – 06.11.09 statt. Die Schwelmer Delegation bestand aus 3 Lehrern und Lehrerinnen und vier Schüler und Schülerinnen der GHS, zwei Vertreter der Schulverwaltung, 1 Vertreterin der Biologischen Station und 1 Vertreterin der Arbeitsgemeinschaft Umweltschutz.

Während des Besuches war die polnische Partnerschule Zespol Skol Nr. 2 zentraler Punkt. In verschiedenen Arbeitstreffen wurde dort über Umweltschutz, Probleme durch den Klimawandel und Küstenschutz diskutiert. Die Schwelmer Schüler erarbeiteten mit den polnischen Schülern Erfahrungsberichte. Beim örtlichen Energieversorger MEC, gleichzeitig polnischer Projektpartner, besichtigte die Gruppe ein modernes Kohlekraftwerk. Des weiteren wurde im Windpark Tymien eine weitere Form der Energiegewinnung besichtigt.

Die örtliche Forstbehörde führte durch die dortige Baumschule in der Rotbuchen, Haselnussbäume und Erlen herangezogen werden. Hier erhielt die Schwelmer Delegation einige Bäume und Sträucher, die am nächsten Tag von den Schwelmer Schülern gemeinsam mit den polnischen Schülern auf einem Friedhof für russische und polnische Soldaten gepflanzt wurden.

Beim Küstenschutz informierte sich die Delegation über die Schäden, die die immer häufiger werdenden Stürme an der Küste anrichten und erfuhren über Maßnahmen, die Küste durch künstliche Riffe zu schützen. Die erheblichen Schäden an der Küste die der letzte heftige Sturm verursacht hatte, wurden von den Schülern beider Schulen gemeinsam untersucht.

In den vielen Arbeitstreffen und Besichtigungen lernte die Delegation mehr über das polnische Schulsystem und die Geschichte  Kolobrzeg kennen. Ebenso fanden Treffen mit den örtlichen Behörden und dem Bürgermeister der Stadt  Kolobrzeg statt.

Durch die Arbeitstreffen erhielt die GHS neue Ideen zum Thema Umweltschutz. So erläuterte die polnische Schule ein Projekt in dem Moosbällchen aus verschiedenen europäischen Gegenden - u.a. auch aus Kolobrzeg -  an ein Unternehmen in Finnland geschickt werden. Dort wird die Schadstoffbelastung der Pflanzen aus verschiedenen Ländern ermittelt und aufgezeigt. Die GHS war so begeistert von dem Projekt, dass auch sie versuchen wird, in das Projekt aufgenommen zu werden.

 

Voraussichtlich im März 2010 findet der erste Gegenbesuch der Polen in Schwelm statt. Geplant ist das Pflanzen einer Hecke, verschiedene Untersuchungen und Aktionen zum Thema Umweltschutz, in denen die polnische Delegation, insbesondere die Schüler, mit eingebunden werden sollen. Des weiteren sollen die Sturmschäden, die Kyrill hier in der Region verursacht hat, besichtigt werden.

 

Beschlussvorschlag:

 

Der Schulausschuss nimmt die Vorlage 218/09 zur Kenntnis.