1. Bericht über die Einführung von Qualitätsstandards für die Offenen Ganztagsgrundschulen

Betreff
1. Bericht über die Einführung von Qualitätsstandards für die Offenen Ganztagsgrundschulen
Vorlage
107/2009
Aktenzeichen
4/51/2
Art
Beschlussvorlage

Sachverhalt:

In den gemeinsamen Sitzungen von Schul- und Jugendhilfeausschuss  am 06.03.2008 und 11.06.2008  wurde nach entsprechender Erörterung Einigung darüber erzielt, das 2007 in Zusammenarbeit von

 

  • Serviceagentur Ganztägig Lernen in NRW
  • Ministerium für Schule und Weiterbildung
  • Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration
  • Deutschen Kinder- und Jugendstiftung
  • Institut für soziale Arbeit e.V.

 

entwickelte System „QUIGS- Qualitätsentwicklung in Ganztagsschulen“ in Schwelm einzuführen.

 

Dieses System basiert auf Modulen zu den Bereichen

  • Basisevaluation (B)
  • Pädagogische Arbeitsbereiche (P)
  • Organisation und Management (O)
  • Zielentwicklung und Zielerreichung (Z).

 

QUIGS ist ein System zur internen Qualitätsentwicklung in den Einrichtungen, d.h. es werden keine „Rankings“ gebildet, sondern die Teams und verschiedenen Professionen setzen sich mit den jeweils individuell unterschiedlichen Gegebenheiten und Möglichkeiten auseinander.

Dies wurde im September 2008 bei einer Tagesveranstaltung für die Einrichtungs- und Schulleitungen zum Thema QUIGS, zu der Fachkräfte der „Serviceagentur ganztägig lernen in NRW“ als Referenten gewonnen werden konnten, nochmals verdeutlicht.

 

Trotzdem gibt es Vergleichsmöglichkeiten der verschiedenen Einrichtungen im Hinblick auf Kriterien wie z.B.

  • Betreuungszeiten
  • Personalstunden
  • Verteilung auf Klassenstufen
  • Anteil der Kinder mit Migrationhintergrund
  • Verteilung der Anzahl der Kinder im Tagesverlauf.

 

In einem ersten Schritt wurden in allen Einrichtungen die Module

  • Basisevaluation,
  • Lernzeiten gestalten sowie
  • Bewegung und Sport bearbeitet.

 

(Ergebnisse hieraus werden während der Sitzung in einer Powerpoint- Präsentation  dargestellt.)

 

Hierfür mussten und müssen Zuständigkeiten geklärt, Fakten gesammelt, Schnittstellen organisiert und Teamsitzungen durchgeführt werden, was sich vor allem durch die knappen Zeitressourcen als sehr problematisch erwies.

Unterschiedliche Arbeitszeiten von Lehrerinnen und Erzieherinnen mit wenig Ãœberschneidungen seien hier als Beispiel genannt.

 

Bestimmte Abläufe und Absprachen, die QUIGS erfordert, sind dadurch schwierig zu bewältigen.

 

Hinzu kommt, dass beim „Eintauchen“ in den Qualitätsentwicklungsprozess viele Abläufe in den Einrichtungen auf den Prüfstand gestellt werden, ein Effekt, der durchaus gewünscht ist, aber nicht unbedingt zu einem reibungslosen Tagesverlauf beiträgt.

 

Sehen und Benennen von Problemen ist nicht gleichbedeutend mit Lösen derselben.

 

Klar ist durch die Evaluation geworden, dass bereits jetzt Qualität in allen Einrichtungen der OGS stattfindet und die Teams sich auf den Weg gemacht haben, diese Qualität weiter zu entwickeln.

Deutlich geworden sind aber auch Unterschiede, z.B. im strukturellen Bereich.

Die (gewollten) Unterschiede in den Schulprogrammen spiegeln sich, wie auch der Einzugsbereich, die räumlichen Möglichkeiten und die individuellen Unterschiede im personellen Bereich in den Einrichtungen der OGS wider.

 

Das führt zu der Überlegung in den Teams, nach dem ersten Jahr QUIGS, das man quasi im „Gleichschritt“ zurückgelegt hat, jetzt eine Phase der Qualitätsentwicklung einzulegen, in der die Einrichtungen individuell unterschiedlich weitere Module be- und erarbeiten. Begleitet werden soll dies durch regelmäßige Treffen der Team- und Schulleitungen, um den Austausch zu fördern und von den Erfahrungen der Anderen in Sinne eines „Best Practise“- Prozesses  zu lernen und zu profitieren.

 

Die bei der Basisevaluation und den beiden ersten Modulen gemachten Erfahrungen der Teams sollen in den weiteren Prozess der Qualitätsentwicklung mit einfließen.

 

Parallel dazu sind im Rahmen der Qualitätsinitiative „Lernen für den Ganztag“ Fördermittel des Landes für die Bildung eines Qualitätszirkels auf kommunaler Ebene, der wiederum mit anderen regionalen Qualitätszirkeln vernetzt wird, beantragt worden.

Hierdurch soll u.a. ermöglicht werden, dass bei den notwendigen Ausfallzeiten durch Besprechungen etc. personelle Vertretungen in den Einrichtungen finanziert werden können.

 

Beschlussvorschlag:

 

  1. JHA/SchulA nehmen den Bericht zum ersten Jahr QUIGS zur Kenntnis.

 

2.  Der Qualitätsentwicklungsprozess soll im kommenden Schuljahr in den Schulen individuell weiter geführt werden. Es sollen in jeder Schule zwei weitere Module bearbeitet werden.